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![]() Lange ist es her: Die Teilnehmerinnen des Qualifizierungsangebots im Berufskolleg Bethel müssen wieder intensiv lernen. FOTO: DER RING/PAUL SCHULZ Kinderpflegerin wird Erzieherin Zurück auf die SchulbankVON GUNNAR KREUTNERBüffeln, Klausuren schreiben, Noten bekommen - für die 29 Frauen, die seit August 2009 an der "Qualifizierungsmaßnahme für Ergänzungskräfte" in Kindertagesstätten teilnehmen, ist das alles schon sehr weit weg. Einige haben seit 30 Jahren keine Schule mehr von innen gesehen und müssen nun am Berufskolleg Bethel wieder die Schulbank drücken. Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) verlangt, dass Kinder unter drei Jahren nur noch von pädagogischen Fachkräften betreut werden dürfen. Von dem Gesetz, das am 1. August 2008 in Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten ist, sind sowohl Ergänzungskräfte als auch Kinderpflegerinnen betroffen. Für diese Frauen bedeutet die neue Vorschrift, sich entweder zur staatlich anerkannten Erzieherin weiterbilden zu lassen oder den Arbeitsplatz zu verlieren. Die Teilnehmerinnen im Berufskolleg Bethel sind bei unterschiedlichen Trägern angestellt. Sie sind zwischen 27 und 52 Jahre alt, in der Mehrzahl Kinderpflegerinnen und stehen zum Teil seit vielen Jahren im Berufsleben. "Dass wir nun wieder intensiv lernen müssen, ist sehr ungewohnt für uns und fällt uns nicht mehr so leicht wie früher", sagt Teilnehmerin Frauke Ruwisch. Drei Jahre dauert die berufsbegleitende Weiterqualifizierung, die mit dem Berufsabschluss zur staatlich anerkannten Erzieherin endet. Jeden Freitag in Räumen der Kirchlichen Hochschule Bethel/ Wuppertal und alle zwei Wochen samstags im Berufskolleg Bethel Am Zionswald haben die Teilnehmerinnen Unterricht. Die Lehrinhalte sind die gleichen wie für die normale Berufsausbildung zur Erzieherin. Da die Frauen wegen der Ausbildung ihre Arbeitszeit verringern müssen, verdienen die meisten weniger. Aber nicht alle Träger von Kindertagesstätten kürzen die Gehälter. Eine der wenigen Ausnahmen sind die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die Mitarbeiterinnen von Bethel-Kitas haben für die drei Jahre eine Freistellung für den Unterricht bei nicht reduzierten Bezügen erhalten. Schule, Beruf, FamilieEin weiteres Problem für die Teilnehmerinnen ist die Mehrfachbelastung, da sie die Schule zusätzlich zu ihrem Berufs- und Familienalltag bewältigen müssen. Und auch der vorübergehende Rollenwechsel ist für die Frauen nicht einfach. Denn plötzlich finden sie sich an ihrem Arbeitsplatz in einer Art Praktikantenrolle wieder gegenüber Kolleginnen, mit denen sie seit vielen Jahren zusammenarbeiten.Die Fachlehrerinnen Antonie Schlee-Klingelmann und Ela Reinhardt haben großen Respekt vor den Frauen, die sich noch einmal den Schulanforderungen stellen. "Auch wenn es sich zweifelsohne indirekt um eine Zwangsmaßnahme handelt - alle merken, dass sie davon profitieren", sagt Antonie Schlee-Klingelmann. Die Frauen seien sehr zufrieden mit dem Angebot des Berufskollegs Bethel und ausnahmslos mit großem Engagement dabei. Be-rufskolleg-Leiter Rudolf Hans ist überzeugt, den Beteiligten viel Neues für die berufliche Praxis vermitteln zu können. "Es gibt nun einmal diese Gesetzesregelung, und nun werden die Betroffenen das bestmögliche Qualifizierungsangebot von uns bekommen." Frauke Ruwisch sieht die Maßnahme ebenfalls positiv. Sie versteht die Fortbildung in Bethel als eine Möglichkeit, sich fachlich weiterzuentwickeln. "Ohne dieses Angebot hätte ich außerdem überhaupt keine Chance, in meinem Beruf zu bleiben. Und jetzt, wo ich einmal damit angefangen habe, macht es auch sehr viel Spaß", stellt sie fest. © 2010 DER RING, April 2010, S. 20 « zurück © Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen Berufskolleg Bethel :: 06.05.2010 :: nach oben |
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